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Lena Ganschow (li.), Einsatzleiter Jochen Thorns und Beate Hörz

 

Die Feuerwehr löscht auf jeden Fall:

PV Brandgefahr ist beherrschbar bei Einhaltung der Sicherheitsregeln

Photovoltaik-Module auf Scheunendach

 

 

 

Feuerwehrmann bedient Drehschalter an drei Schaltkästen

 

 

 

Odysso-Reporterin Lena Ganschow (li.) mit Atemschutz-Anzug rettet mit Feuerwehrmann eine Person aus einer brennenden Scheune

Feuerwehr unter Strom (9.2.2011)

Film ansehen: Feuerwehr löscht immer Feuer bei PV-Anlagen, Photovoltaiksicherheit

Sind Photovoltaik-Anlagen tatsächlich eine nicht beherrschbare Gefahr für die Feuerwehr? Die SWR Reporterin Lena Ganschow ist der Frage nachgegangen und hat dabei die Freiwillige Feuerwehr Filderstadt bei einer Übung begleitet. Vorwegnehmen können wir jetzt schon: Das Problem ist bei Einhaltung der Regeln beherrschbar.

Ohrenbetäubend dröhnt der Alarm durch das Feuerwehrhaus in Filderstadt. Wie im Ernstfall springen die Einsatzkräfte augenblicklich in ihre Fahrzeuge und verlassen mit Blaulicht und Sirene die Garage. Ziel: Ein Gemüsehof in der Nachbarschaft. Dort, so dass Übungsszenario, soll eine Scheune in Flammen stehen, mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. "Das ist ein Problem”, erklärt Einsatzleiter Jochen Thorns, "die Leitungen haben zwischen 100 und 1000 Volt Gleichspannung. Da besteht Lebensgefahr!"

Das Problem:

Die meisten Photovoltaik-Anlagen lassen sich nicht abschalten, sondern produzieren permanent Strom. Selbst wenn die Anlage eine so genannte Freischaltstelle besitzt, die häufig in den Wechselrichter integriert ist, kann man sie nur teilweise stromlos machen: Die Anlagenteile von den Modulen bis zur Freischaltstelle stehen auch nach dem Abschalten weiter unter Strom. Photovoltaik-Anlagen, die vor 2006 gebaut wurden, haben meist nicht einmal eine Freischaltstelle, da diese vor 2006 nicht verpflichtend war. Das Nachrüsten solcher Anlagen ist freiwillig.

Vor Ort angekommen, erkundet Einsatzleiter Jochen Thorns zunächst die Lage. "Was ist passiert?", fragt er die Hofbesitzerin Beate Hörz. "Es brennt in der Halle da drüben und ich glaube einer meiner Leute fehlt", erklärt sie, "der ist da wahrscheinlich noch drin." "Ist denn das Gebäude stromlos geschaltet?", will Jochen Thorns wissen. "Wir haben eine Solaranlage und die ist natürlich an. Das heißt, da ist noch Strom drauf." Komplett abschalten könne man die Anlage nicht, es gäbe aber eine Freischaltstelle. Ob die Feuerwehr dennoch in die Scheune müsse, will Lena wissen. Immerhin sei das wegen des Stroms ja lebensgefährlich für die Einsatzkräfte. "Ja", antwortet Jochen Thorns, " wir müssen auf jeden Fall eine Menschenrettung durchführen."

Sicherheitsabstand beim Löschen

Zurück vor der Scheune, löscht die Mannschaft von Jochen Thorns bereits. Sind Wasser und Strom nicht ein lebensgefährlicher Mix, fragt Lena. Nicht, wenn ein Sprühstrahl verwendet und bei den Löscharbeiten der vorgeschriebene Sicherheitsabstand von fünf Metern eingehalten werde, sagt Jochen Thorns. Der ist sowieso sinnvoll, um sich vor möglicherweise herabstürzenden Solarmodulen zu schützen. Die können sich durch einen Brand aus den Verankerungen lösen und zu Boden fallen. Eine weitere Gefahr droht, wenn die Einsatzkräfte das Dach des brennenden Gebäudes betreten müssen, denn Solarmodule erhöhen die Dachlast. Das kann dazu führen, dass der Dachstuhl schneller einstürzt, als ohne Photovoltaik-Anlage.

Rettung erfolgt

Als nächstes muss die Mannschaft von Jochen Thorns in die Scheue, um die vermisste Person zu bergen. Dabei ist Vorsicht geboten, weil die genaue Leitungsführung von Photovoltaik-Anlagen oft nicht zu erkennen ist, da es keine verbindlichen Bauvorschriften für Photovoltaik-Anlagen gibt. Freigebrannte, herunterhängende Leitungen können daher schnell eine tödliche Gefahr für die Einsatzkräfte werden. Bei einem Brand im ostfriesischen Schwerinsdorf im Februar 2010 hat der Einsatzleiter entschieden, ein Haus mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach nicht von innen zu löschen. Das Risiko, einen elektrischen Schlag zu bekommen, sei zu groß gewesen, so seine Begründung.

Unfälle sind die Ausnahme

Für Jochen Thorns sind Fälle wie der in Ostfrisland die Ausnahme: "Wir löschen immer. Der Strom von Photovoltaik-Anlagen ist nur eine Gefahr von vielen." Auch der durch einen Stromschlag verletzte Feuerwehrmann aus Rösrath ist für Jochen Thorns zwar tragisch, aber ein Einzelfall. Meist würden dabei die Unfallverhütungsvorschriften nicht eingehalten oder die Lage falsch beurteilt. “Die Photovoltaikanlage ist in den seltensten Fällen schuld", so der Einsatzleiter.

Jochen Thorns schickt Lena und seine Mannschaft also in die Scheune. Atemschutz ist dabei Pflicht. Innen ist die Lage, wie bei einem wirklichen Einsatz, aufgrund des starken Rauchs unübersichtlich. Zum Glück ist die vermisste Person schnell gefunden. Die Übung kann erfolgreich beendet werden.

Artikel: SWR.de



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